Rundbrief von Schloss Mitsuko

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Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde von Schloss Mitsuko.

Das Jahr 2019 am Schloss Mitsuko neigt sich dem Ende zu. Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Es begann noch vor dem Saisonbeginn mit der Nachricht vom Schlaganfall von Professor Radeloff und mit Klinik und Reha… Zum ersten Mal in der Geschichte von Schloss Mitsuko mussten wir die Saison eröffnen, ohne dass Professor Radeloff dabei war und ich habe ihm das wichtige Versprechen auf der Intensivstation in Rostock gegeben, dass in diesem Jahr das Teehaus im Hain tatsächlich gebaut wird. Eine riesige Herausforderung, denn das Ziel hieß, es soweit fertig zu stellen bis zum Eintreffen der Teemeisterinnen aus Japan zum Tag des offenen Denkmals, also bis zum Wochenende 07. / 08.09.2019, dass es mit den Teezeremonien eingeweiht werden konnte. 

Am Dienstag nach Pfingsten haben wir das Holz aus der Scheune von Bauer Hanebrink geholt, wo es seit vielen Jahren lagerte. Der Bestand war stark geschrumpft gegenüber den Holzlisten, die ursprünglich einmal erstellt wurden. Dennoch wollten wir im Wesentlichen dem alten Bauplan folgen, wenn auch mit einer Reihe von Änderungen. Die Mittel für dieses große Vorhaben waren begrenzt. Aber mit der Mitarbeit von Roland Hellfeldt, Heinz Hellfeldt, Andreas Mahnke, Jürgen Klimasch und dem Praktikanten Nico konnten wir das Projekt realisieren. Mit drei Leitern und einem Fahrgerüst, haben wir in nur 2 Monaten reiner Bauzeit, das Teehaus gebaut. Im kommenden Jahr sind noch ein paar Arbeiten angesagt wie Holzschindeln auf das Dach zu bringen, Glasverkleidungen für die Rückwand… Aber es steht wetterfest und hat schon ein paar Stürme überstanden.

Die Saison haben wir mit Grüßen von Professor Radeloff durch Mitsuko und Lorenz zum Kamelienfest eröffnet mit einer großartigen und sehr erfolgreichen Doppelausstellung von Gisoo Kim und Armin Rieger, sowie der Kamelien-Blütenausstellung samt Einführungsvortrag von Andre Treichel. Das Fest war sehr gut besucht. 

Zum 1. Mai kamen zum Paula Gedenken in den Wald bei Cammin zahlreiche Besucher. Begleitet wurde das Gedenken vom Posaunenchor und abgerundet mit einem gemeinsamen Picknick im Wald.

Die 15. Wege zur Schlichtheit stand unter dem Thema „Yugen“ und wurde diesmal durch die Zusammenarbeit mit „Raum für Raum“ in Düsseldorf mitgeprägt. Cubes & Boxes wandelte sich von Düsseldorf kommend in „Yugen“, wurde hier durch Arbeiten zahlreicher Künstler erweitert und wanderte in erneut veränderter Form zurück nach Düsseldorf. Während der Ausstellungzeit haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal uns aus der Remise herausbewegt, da bereits im vorhergehenden Jahr deutlich wurde, dass die Besucher am Schloss Mitsuko nur zu einem sehr kleinen Teil auch andere Plätze der Remise besuchten. In diesem Jahr kamen nur zwei mit Remisekarten zu uns und hatten volles Verständnis, dass wir nicht Teil der Remise waren. Stattdessen hatten wir ein starkes und großes Programm zu bieten: Klang der Steine, die Klangskulptur von Taka Kagitomi, das Mombasa Shipping Project von Rainer Junghanns, das bis Anfang November am Schloss gastierte, Teezeremonien und verschiedenes mehr. Damit schafften wir es sehr viele Gäste anzulocken. Erfreulicherweise konnte Professor Radeloff zu diesem besonderen Anlass für einige Stunden aus der Reha geholt werden. Ein paar Tage später wurde er aus der Reha entlassen, in ein neues behindertengerechtes Zuhause, da die Treppe im alten Gutshaus in Thürkow nicht zu bewältigen gewesen wäre. Ein unglaublich schöner Glücksfall, dass das so geklappt hat.

In diesem Jahr kamen mehrfach Reisegruppen zu uns, die über Reisebüros organisiert wurden, für das kommende Jahr 2020 haben wir auch bereits wieder Buchungen. Außerdem besuchte uns an Pfingsten die Oldtimer-Ralley (der Spider-Club mit Fahrzeugen aus ganz Deutschland), die für Schloss Mitsuko Werbung machten in Interviews im NDR und in ihrer Vereinszeitschrift. Für das Jahr 2020 erwarten wir den Jaguar-Club und freuen uns darauf. Darüber hinaus hatten wir die Historische Fakultät der Universität Greifswald mit dem Kollegium für einen Tag zu Gast.

Die zweite Hälfte des Jahres begann mit Tanabata (07.07.), zu dem auch eine japanische Familie das Schloss besuchte. Die Japanausstellung II widmete sich allem rund um das Thema Papier, von Papier, über Tusche, Kalligraphie, Origami und vielem mehr. 

Sehr meditativ und außerordentlich war der Nagasaki Gedenktag, zu dem wir Texte aus dem World Haiku Award, den die Stadt Nagasaki zum Thema der Atombombenabwürfe vor ein paar Jahren ausgeschrieben hatte, aus dem Haiku Award der UN und aus zwei Büchern, die Texte zu Fundstücken aus Hiroshima und Nagasaki gesammelt hatten, auf Japanisch (Lorenz Radeloff), Englisch und Deutsch vorgetragen haben. Auch das Schlagen der Glocke war zutiefst meditativ und dauerte mehr als eine Stunde an.

Die Kampfkünste Cottbus waren in diesem Jahr ebenfalls wieder zu Gast und präsentierten Ihre Kunst im Kendo und Iaido diesmal im Saal. Das war aufgrund der Nähe zu den Zuschauern extrem intensiv. Der Workshop fand anschließend draußen auf der Wiese an der Linde statt. Er wurde begeistert von praktisch allen Besuchern aufgenommen.

Der September brachte die Einweihung des Teehauses und die Teezeremonien im neuen Teehaus. Die beiden Teemeisterinnen waren begeistert von der Idee und dem Aufbau des Teehauses. Nach einem kleinen touristischen Programm für die beiden, die wieder auf eigene Kosten aus Japan gekommen waren, ging es zum Partnermuseum in den Niederlanden zum Siebold Huis in Leiden. Dort feierten wir mit den beiden Teemeisterinnen und Lorenz Radeloff eine Teezeremonie. Die Veranstaltung war nicht nur komplett ausgebucht, das Interesse war riesig. 

Mit dem 3.Oktober begann die letzte Ausstellung der Saison, die noch bis zum Kamlienfest 2020 zu sehen sein wird, die Ausstellung von Setsuko Fukushima: Alternative Botanik.

Insgesamt gesehen war das Jahr ein außerordentlich erfolgreiches Jahr. Seit August haben wir die Öffnungszeiten während der Saison geändert. Nur montags ist geschlossen sonst ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 13-17 Uhr geöffnet von 30. März bis 31. Oktober. Während der Wintermonate ist nur nach Vereinbarung geöffnet. Das wurde möglich durch die Beschäftigung von nun insgesamt drei Berufsfreiwilligen, die sich auch intensiv um den Hain kümmern.

Für die beiden nächsten Jahre arbeite ich intensiv am Programm und freue mich schon jetzt sagen zu können, dass wir auch in 2020 und 2021 wieder besondere Veranstaltungen anbieten werden. 2021 wir zudem ein doppeltes Jubiläum 20 Jahre Schloss Mitsuko und Deutsch-Japanisches Freundschaftsjahr. Dazu werden wir ein besonders umfangreiches Programm mit vielen Highlights präsentieren.

Kamelienfest 2020 – 28.03.2020 und Finissage Ausstellung Setsuko Fukushima

Paula – ein Gedenken gegen Rassismus, Krieg und Gewalt 01.05.2020

Wege zur Schlichtheit 16: Hishiryo – Das Denken aus dem Grunde des Nichtdenkens – 31.05.2020

Mittsommer@Mitsuko – u.a. mit Hishiryo das Konzert

Tanabata 07.07. 2020 

Japanausstellung III: Keramik aus der Sammlung Radeloff – 01.08.2020

Nagasaki Gedenktag 09.08.2020

Tokugawa Kampfkunst – Kendo und Iaido 15.08.2020

Teezeremonie 12.-13.09.2020

Einzelausstellung 03.10.2020 

Von Lichtern und Irrlichtern III 29.11.2020 – 31.03.2021

Die Webseite wird ständig ausgebaut. Mittlerweile ist sie dreisprachig. 

Wir arbeiten daran, dass Schloss Mitsuko bleibt und gedeiht. Deshalb: Bitte unterstützen Sie die Arbeit nach Ihren Möglichkeiten.

Wir freuen uns, dass das Schloss wieder viele Besucher in diesem Jahr erreichen konnte, auch eine ganze Reihe von Gruppen, die das Schloss besucht haben und noch besuchen werden in diesem Jahr. Wir freuen uns auch auf Ihren nächsten Besuch. 

Es bleibt mir noch, Ihnen allen eine besinnliche Zeit und einen gutes, gesundes Jahr 2020 zu wünschen.


Mit herzlichen Grüßen 
Ralph Tepel

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